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Geschichte



Im 16. Jahrhundert beginnt der Wald in seiner wirtschaftlichen Bedeutung erkannt und gewürdigt zu werden. Bis dahin hatten die Bewohner der umliegenden Dörfer den schier unerschöpflichen Reichtum an Holz der weiten Forste ausgebeutet, ohne sich irgendwie Gedanken darüber zu machen, ob und wie sich die Bestände auch wieder erneuern würden.

Jetzt drängte sich bei dem Anwachsen der Bevölkerung und der regen Bautätigkeit ganz von selbst die Erkenntnis auf, dass es notwendig sei, dem willkürlichen und planlosen Holzhauen Einhalt zu gebieten und den Verbrauch durch bestimmte Vorschriften zu regeln. Auch dem eigenmächtigen Roden und Umwandeln von Wald in Ackerland, das einzelne Ortschaften geübt hatten, musste entgegen getreten werden. Zunächst schritt man von Fall zu Fall ein. So legte man einmal den Beuchener Berg in Hege und "verbot und verbant selbigen eyner gantzen Gemeyne, gar nicht daruff zu holzen, eß sei dörr oder grün, in kein Wegk". Die Felder, die sich die Bauern gerodet hatten, wurden als Pachtland erklärt und ihre Nutzung auf eine bestimmte Reihe von Jahren beschränkt. Später versuchte man zu einer allgemein gültigen Regelung zu kommen. So einigte sich ein Märkertag im Oktober 1565 auf eine Waldordnung, nach der unter Oberaufsicht der Mainzischen Beamten, die beiden Rentmeister und zwei Laubmeister, von denen die Stadt Amorbach und die Dorfschaften je einen zu bestellen hatten, die Verwaltung und Nutzung der damals noch ausschließlich aus Laubholz bestehenden Wälder übernehmen sollten. Vor allem wurde bestimmt, dass keinem Nutzungsberechtigten erlaubt sei, irgend etwas aus dem Walde an Fremde zu verkaufen. Die Abgabe von Nutzholz und Bauholz wurde von dem Nachweis, dass es sich um unumgänglich notwendigen Bedarf handle, abhängig gemacht, während der Anspruch auf Weide und Brennholz keinen Beschränkungen unterlag. Verfehlungen gegen diese Bestimmungen und mutwillige Beschädigungen des Waldes wurden mit hohen Geldstrafen bedroht. Eine Veräußerung von Holz nach auswärts durfte nur durch die Rentmeister und nach Genehmigung durch die Mainzischen Beamten erfolgen. Als Holzkäufer traten damals Leute aus der Grafschaft Erbach und aus dem Maintale auf, daneben die "Spessarter Daubenhäuer", die das Holz zu Fassdauben und Schindeln verarbeiteten.

In wirtschaftlicher Hinsicht war man bemüht, durch eine bessere Ausnutzung der natürlichen Hilfsquellen, des Wassers und des Waldes, neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. So gestattete die Mainzische Regierung, an den zahlreichen Bächen neue Mühlen anzulegen, die sich mit der Holzverarbeitung und der Bereitung von Öl, Pulver und Papier befassten. Um den Ertrag des Waldes durch bessere Pflege und Bewirtschaftung zu steigern, beschloß man den großen, bisher gemeinsam besessenen und genutzten Märkerwald, in den Privatbesitz der zahlreichen nutzungsberechtigten Ortschaften überzuführen. 1780/81 einigten sich die Beteiligten dahin, die sämtlichen Waldungen neu vermessen zu lassen und dann in der Weise zu teilen, dass die Stadt Amorbach zunächst 1000 Morgen im Voraus und von dem verbleibenden Rest die eine Hälfte erhielt, während die zweite Hälfte an die verschiedenen, in den drei Distrikten Weilbach, Schneeberg und Kirchzell zusammengeschlossenen Dörfer fiel. Die 1000 Morgen wurden der Stadt Amorbach vor allem wegen ihrer Verpflichtung, dem Kloster bei Bauten je den 3. Stamm liefern zu müssen, zugebilligt. Vermessung, Einzelauseinandersetzung und Absteinung zogen sich noch eine Reihe von Jahren hin.


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