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Schneeberg - Lage, Entstehung, Wirtschaft


Als Wallfahrtsort zur "Muttergottes auf dem Holderstock" hat Schneeberg überregionale Bedeutung. Seit 1470 zieht das Gnadenbild die gläubigen Pilger in ihren Bann.
Schneeberg gehört zum bayerischen Landkreis Miltenberg am Main und hat mit seinen Ortsteilen Hambrunn und Zittenfelden knapp 2.000 Einwohner. Schneeberg liegt an der "Siegfriedstraße", die in Worms, der Stadt der Nibelungen beginnt. Die "Siegfriedstraße" durchquert den Odenwald über Worms, Lorsch, Heppenheim, Beerfelden, Ernsttal, Kirchzell, Amorbach, Schneeberg, Rippberg, Walldürn, Buchen und Tauberbischofsheim, um nur einige Orte zu nennen und endet in Wertheim am Main.

In 2,5 Kilometer Entfernung von Schneeberg, in der Nähe von Amorbach verläuft die "Nibelungenstraße". Sie führt ebenfalls durch den Odenwald und beginnt in Worms. Die Etappenorte, um einige zu nennen, sind Lorsch, Bensheim, Lindenfels, Michelstadt, Erbach, Weilbach, Miltenberg und Freudenberg mit dem Endpunkt Wertheim.

Die Landesgrenze zu Baden Württemberg befindet sich in 2 km Entfernung in östlicher Richtung und die Landesgrenze zu Hessen ist in westlicher Richtung 14 km entfernt.
Unser Odenwald zählt zu den deutschen Mittelgebirgen, die höchste Erhebung im Odenwald ist der "Katzenbuckel" mit 626 Meter.

 
Im Vergleich: ein ähnlich waldreiches Mittelgebirge ist der Spessart auf der nördlichen Seite des Mains. Die höchste Erhebung des Spessarts ist der Geiersberg mit 585 Meter.
Schneeberg selbst liegt auf der Meereshöhe von 167 Meter. Die höchste Erhebung mit 471 Meter befindet sich in unserer

Gemarkung im Bereich des Ortsteiles Hambrunn, in der Waldabteilung "Bubenhecke".

Schneeberg - Entstehung


Zwischen 150 und 161 n. Chr. wurde die Grenze der römischen Besatzungsmacht nach Osten gerückt und der so genannte "Vordere Limes", seit Juli 2005 UNESCO - Weltkulturerbe geschaffen. Reste und Verlauf dieser römischen Verteidigungslinie, von Norden aus dem Rheintal bei Bad Hönningen / Rheinbrohl kommend sind noch heute im Bereich Miltenberg Walldürn - Osterburken und weiter Richtung Süden bis nach Eining bei Regensburg an der Donau sichtbar.
Germanen, Kelten, Toutonen und Alemannen siedelten zu dieser Zeit im Bereich des Maines, im Spessart und im Odenwald. Erste Rodungen und die Besiedelung des Marsbach Morre - und Mudtales dürften so im 8. und 9. Jahrhundert ihren Anfang genommen haben.
Eine erste urkundliche Erwähnung von Schneeberg war im Jahr 1237. In dieser Niederschrift, mit dem Hinweis auf das Bestehen des Ortes Schneeberg sind die damaligen Besitzverhältnisse dokumentiert. Konrad der Jüngere von Weilbach, er gehörte zum Geschlecht der Edelherren von Durne, besaß damals Güter in Schneeberg, für die er dem Benediktinerkloster Amorbach, das im Jahr 734 entstand abgabepflichtig war. Die Herren von Durne / Walldürn, hatten seit 1168 die Vogtei über das Kloster Amorbach und galten als Dorfpatrone von Schneeberg. Die Vögte waren die Vertreter des Klosters in allen weltlichen Angelegenheiten. Sie verkauften ihre Rechte am 12. Januar 1272 an den Bischof von Mainz. Schneeberg gehörte dann in den folgenden Jahrhunderten zur "unteren Zehnt" des mainzischen Amtes Amorbach und stand im Lehensbesitz des Klosters Amorbach. Die Herren von Durne waren Ende des 13. Jahrhunderts in permanenter Geldnot und das Geschlecht war vom Untergang bedroht. So wurde auch von Konrad von Durne im Jahre 1271 Mudau und die Burg Wildenberg an den Erzbischof Werner, an das Erzstift Mainz verkauft. In den Wirren nach der französischen Revolution unter Napoleon kam Schneeberg 1806 zum Großherzogtum Baden, dann 1810 zu Hessen und schließlich im Jahr 1816 zu Bayern.
Im Jahr 1987 feierte Schneeberg sein 750 - jähriges Bestehen.

 

Schneeberg - Wirtschaft


Die Gemarkung Schneeberg ist insgesamt 1.648 ha groß. Bewaldet sind 1.033 ha. Davon sind 850 ha in Gemeindeeigentum.
Ab dem 14. Jahrhundert begann der Weinbau. Im Jahr 1770 gab es in Schneeberg 64 Häcker / Weinbauern. Der Weinbau wurde, bedingt durch viele Mißernten Ende des 19. Jahrhunderts, durch den Obstanbau und durch die Landwirtschaft verdrängt. Die Bewässerung durch die Wiesenwehre begann dann im 19. Jahrhundert.
Steinbrüche entstanden 1843 in Hambrunn und 1896 in Neudorf. Eine Sandgrube wurde im Jahr 1909 in Betrieb genommen.Der Steinbruch in Neudorf und die Sandgrube in Schneeberg wurden in den 1950-er Jahren stillgelegt. Tabakanbau existierte bereits im 19. Jahrhundert und lebte 1945 wieder auf. 1955 wurde der Tabakanbau dann wegen der Blauschimmelkrankheit beendet.
Im Jahr 1985 waren im Odenwaldwerk in Amorbach (OWA) 120 Leute aus Schneeberg beschäftigt. Heute haben dort noch rund 70 Bürgerinnen und Bürger aus Schneeberg, Hambrunn und Zittenfelden ihren Arbeitsplatz.
In vielen Klein - Schneidereien und vor allem in den großen Maßschneidereien Adolf Dolzer und Alois Kuhn gab es nach 1945 gute Verdienstmöglichkeiten für die Frauen und Männer von Schneeberg.

 


 


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